© Museum Frieder Burda

 

6. APRIL – 29. SEPTEMBER

 

Jean Olivier Hucleux, Porträt Frieder Burda, 2000, Bleistift auf Zeichenpapier, aufgezogen auf Leinwand
Museum Frieder Burda © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Erstmalig seit 1998 präsentiert das Centre Pompidou Teile seiner Sammlung im Dialog mit einem anderen Museum und dessen Bestand. Persönliche Beziehungen, historische Verbindungen und die topografische Nähe: Das Museum Frieder Burda, schon immer in engem Kontakt mit französischem Kultur- und Kunstschaffen, freut sich einer Pressemitteilung zufolge auf diesen hochkarätigen Austausch, in dessen Fokus große Namen wie Pablo Picasso, Gerhard Richter, Georg Baselitz, Sigmar Polke, Andreas Gursky und andere Künstler stehen. Die Ausstellung, die rund 100 Werke aus beiden Sammlungen präsentiert, trägt bezeichnenderweise den Titel ENSEMBLE – übersetzt „gemeinsam“.

Kuratiert von Brigitte Leal, der stellvertretenden Direktorin des Musée national d’art moderne im Centre Pompidou, und mit hochkarätigen Leihgaben aus Paris ausgestattet, initiiert ENSEMBLE ein Zusammenspiel zwischen den Sammlungen beider Häuser. Dabei entwickelt die Ausstellung einen komplexen Dialog zwischen deutschen und französischen Positionen. 

Meisterwerke deutscher Expressionisten, wie dem 1914 in der Champagne gefallenen August Macke, begegnen Werken der Väter der französischen Moderne: Pierre Bonnards spätes, sehr verletzlich wirkendes Selbstportrait im Spiegel (1939-45) oder Pablo Picassos Le Rocking-Chair (1943) sprechen von Zweifel und Isolation während der deutschen Besatzung. In Marc Chagalls Gemälde Le Dimanche (1952-1954) verbinden sich Poesie und Spiritualität, was sein Werk im Nachkriegsdeutschland so ungeheuer populär machte. Zugleich hallt darin aber auch die für immer verlorene jüdische Kultur Osteuropas nach.

Georg Baselitz, Die Mädchen von Olmo II, 1981
© Georg Baselitz; Foto: Centre Pompidou, MNAM-CCI/Bertrand Prévost/Dist. RMN-GP

Georg Baselitz, Sigmar Polke und Gerhard Richter sind zentral für die Sammlung Frieder Burda. Sie setzten sich, wie später auch Anselm Kiefer, kritisch mit der verdrängten deutschen Vergangenheit, aber auch mit der Medien- und Erinnerungskultur auseinander – und legten damit den Grundstein für den internationalen Siegeszug deutscher Malerei. Zu ENSEMBLE steuert das Centre Pompidou spektakuläre Werke dieser großen „Malerheroen“ bei – wie Kiefers gigantisches Tableau Das Geheime Leben der Pflanzen (2001-2002) oder Baselitz’ berühmt-berüchtigtes Frühwerk Ralf III (1965).

ENSEMBLE vereint ihre Werke mit Andreas Gurskys Paris-Aufnahme von 2003, in der er der Avantgarde seine Referenz erweist. Eine Präsentation von Arbeiten des französischen Street Art Künstlers JR, der 2014 für das Museum in der Stadt Baden-Baden gearbeitet hatte, und die Frieder Burda daraufhin teilweise erworben hatte, schließt den Reigen ab.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr an allen Feiertagen geöffnet

Museum Frieder Burda · Lichtentaler Allee 8b · 76530 Baden-Baden Telefon +49 (0)7221 39898-0 ·https://www.museum-frieder-burda.de/de

(red)