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Es ist wieder soweit, die Blätter verfärben sich und der erste Wein wurde schon geerntet.

Die Besenwirtschaften oder Straußenwirtschaften der Weingüter haben wieder geöffnet. Der Legende nach hat bereits Karl der Große im Jahr 812 den Winzern den Betrieb von „Kranzwirtschaften“ erlaubt. Historisch belegt ist das jedenfalls nicht. Jedoch die Tradition den eigenen Wein auszuschenken gibt es schon lange. Früher hat der Winzer einfach Tische im Wohnzimmer aufgestellt und dort den Wein verkauft. Heutzutage sitzt man eher in der Scheune oder im Innenhof des Weinguts.

Besenwirtschaften unterliegen nicht den Regeln der Gaststätten-Konzessionen wenn sie am Ort des Weinbaubetriebs gelegen sind. Sie dürfen nur 120 Tage im Jahr geöffnet haben und erlaubt ist nur einfach zubereitete Speisen anzubieten.

Aber mal ehrlich bei  „Neuer Wein“ und Zwiebelkuchen oder mit einem schönen Glas Wein mit Flammkuchen im Innenhof eines malerischen Weingutes in der Spätherbst-Sonne zu sitzen – was will man mehr.

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Der im Badischen genannte „Neuer Wein“ wird überregional auch als Federweißer bezeichnet. Diesen Namen verdankt er den federweißen Schwebstoffen, die sich in der Phase vom frisch gepressten Traubenmost bis hin zum fertigen Wein in der Flasche befinden. Schriftlich erwähnt wurde der Jungwein schon im 18. Jahrhundert. Damals wurde er in Heilbronn sogar zeitweise verboten, weil er so beliebt war und sein Genuss schnell zur Trunkenheit führte- aber auch heute noch sind neuer Wein und Zwiebelkuchen Garanten für gute Laune.

(red)