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Wieso, weshalb, warum – Das Hutzelbrot hat es nicht leicht. In einem Ozean industriell angefertigter Weihnachtsgebäcke ist das Hutzelbrot fast ein Anachronismus. Es gilt als eines der ältesten Weihnachtsgebäcke. Und das es immer noch da ist, verdankt es seiner Fähigkeit haltbar zu sein. Alljährlich backen Menschen im süddeutschen Raum, vor allem aber im Alemannischen, dieses klassischste aller Weihnachtsgebäcke.

Hutzelbrot, Früchtebrot, Berewecke, Birnbrot, Birrebrot, Kletzenbrot. In der Adventszeit mit getrockneten Birnenschnitzen gebacken. Je nach Dialekt werden die Birnenschnitze Hutzen (alemannisch), Hutzeln oder Kletzen genannt. Im Laufe der Zeit wurden weitere getrocknete Früchte wie Pflaumen, Aprikosen und Rosinen hinzugefügt.

Um den Andreastag (30. November) wurde mit dem Backen des Früchtebrotes begonnen. In der Andreasnacht, so heißt es, begannen die „Klöpfelnächte“. Ein Fruchtbarkeitsbrauch bei dem maskierte junge Männer mit Gedichten um Gaben, darunter auch Früchtebrot, bettelten.  Angeschnitten wurde das Kletzenbrot am Heiligen Abend oder am Stephanstag (26. Dezember) vom Hausvater, der es dann verteilte. Auch die Kinder, Knechte und Mägde bekamen ihren Anteil. Das Anschneiden des Früchtebrotes ist auch ein alter Verlobungsbrauch: Ein rauer Anschnitt des Brotes bedeutete eine Absage von Seiten des Mädchens. Bei einem glatten Anschnitt war sie mit der Bewerbung des Jungen einverstanden. Schließlich erhielten auch die Tiere ihre „Maulgabe“ in Form von Kletzenbrot. Dies sollte Glück im Stall bringen.

Thomas Mann verweist in seinem Roman „Der Zauberberg“ auf das Birnenbrot als Spezialität des Kurhauses in Monstein. Im Kapitel „Die große Gereiztheit“ schreibt er: „Die Ausflügler bestellten einen Imbiß bei der dienstwilligen Wirtin: Kaffee, Honig, Weißbrot und Birnenbrot, die Spezialität des Ortes.“

(red)